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Blog und drittes Buch

22/06/2019

Diesen Blog gibt es nun seit bald acht Jahren. In meinen Beiträgen beschäftige ich mich mit philosophischen und politischen Themen, beziehe eine klare Position zu kontroversen Themen und bemühe mich dabei stets um eine nachvollziehbare Argumentation. Meine persönlichen Erfahrungen, Gefühle und Befindlichkeiten lasse ich zumeist außen vor, und bewege mich auf einer recht sachlichen Ebene. Wenn ich um eine größere Reichweite bemüht wäre, müsste ich mir selbst raten, etwas mehr von mir preiszugeben. Allerdings bin ich ein recht zurückgezogener Mensch. Ich habe keine Profile in sozialen Netzwerken mehr und würde am liebsten nichts Privates über mein Leben im Internet finden. Es mag zunächst etwas seltsam wirken, dass ein Mensch mit einem solchen Bedürfnis nach Privatsphäre einen Blog betreibt, der die Erstellung eines extrem detaillierten politischen und ideologischen Profils ermöglicht. Aber ich vertrete diese Ansichten nur, sie sind kein Teil von mir. Ich habe nicht das Gefühl, eine sensible Information über meine Person offenzulegen, wenn ich darüber spreche, welche Argumente ich für vernünftig halte und welche nicht. Für mich gibt es, wenigstens in diesem Sinne, keinen bedeutsamen Unterschied zwischen Politik, Philosophie, Mathematik und anderen Wissenschaften. Eine Publikation in diesen Bereichen ist ein Produkt von Expertise und reiflicher Überlegung. Wenn man im Unrecht ist, dann kann man seine Ansichten revidieren, ohne dabei einen Teil von sich selbst aufgeben zu müssen. Bei persönlichen Erfahrungen und Gefühlen ist das naturgemäß anders. Um es (sehr frei) mit Goethe zu sagen: „Was ich glaube, darf jeder wissen. Mein Herz hab‘ ich allein.“
Da mir dieser Blog sehr viel bedeutet, möchte ich heute kurz erklären, warum es hier nur wenige neue Beiträge gibt. In den letzten Jahren werden Blogs zunehmend von Internetauftritten auf Twitter, Youtube und Instagram abgelöst. Mit den Grundprämissen und der Schnelllebigkeit dieser Formate konnte ich mich nie wirklich anfreunden. Natürlich steht es außer Frage, dass sie für die journalistische Arbeit und die Verfolgung des Tagesgeschehens deutlich besser geeignet sind. Texte mittlerer Länge, wie sie auf diesem Blog zu finden sind, verloren dadurch aber noch mehr von ihrer ohnehin geringen Reichweite. Ich bin kein Journalist, andere können diese wichtige Arbeit viel besser machen als ich. Die größte Freude habe ich an der intensiven Beschäftigung mit ausgewählten Themen und an der Arbeit an umfassenderen Projekten. Ich habe daher beschlossen, meine Energie in Zukunft in das Verfassen längerer Texte zu investieren. Das bedeutet nicht, dass hier auf dem Blog überhaupt keine Artikel mehr veröffentlicht werden; es wird auch weiterhin mit der gewohnten Seltenheit und Unregelmäßigkeit geschehen.

Anfang 2017 bin ich mit meinem dritten Buch Gottes Nachlass fertig geworden. Ich habe das Manuskript mehr als zehn Verlagen angeboten und – ganz normal für die Branche – nur von einem Bruchteil eine Antwort bekommen. Ich war auf der Suche nach jemandem, der sich um die Bewerbung und den Verkauf des Buches kümmert. Bei meinen ersten beiden Büchern hatte ich großes Glück, dieses Mal hat es leider nicht geklappt. Ich kann die Gründe gut verstehen und bin auch nicht länger enttäuscht deswegen. Die guten Neuigkeiten: Ich werde Gottes Nachlass kostenlos auf meinem Blog zur Verfügung stellen, und zwar in E-Book- und PDF-Formaten. Der Download wird in wenigen Wochen möglich sein.
Ich plane entsprechend meines oben erklärten Entschlusses weitere Projekte und habe vor, diesen Blog als Plattform für ihre Publikation zu nutzen. Ich schreibe gerne und habe über die Jahre immer mal wieder Mails von Menschen bekommen, die mir glaubhaft vermitteln konnten, dass ihnen meine Texte etwas bedeuten. Da käme es mir sinnlos vor, nur für die Schublade zu schreiben. Wem Bessarius und Molle und die Geschichten und Artikel in den Archiven dieses Blogs gefallen haben, dem empfehle ich also, öfters mal reinzuschauen oder einfach das E-Mail Abo abzuschließen; und ganz besonders empfehle ich natürlich Gottes Nachlass. 🙂

Bis bald und liebe Grüße
Markus

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  1. Buchveröffentlichung: Gottes Nachlass | Nachtliteratur

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