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Zur Religion in Schulen

09/05/2013

In keiner anderen Angelegenheit drängt sich die Unvernunft der Menschen derart penetrant in den öffentlichen Raum, als bei ihrer Religiosität. Ich habe diesem Thema hier auf dem Blog bisher nicht allzu viel Raum gegeben. In „Zur Religion“ können allerdings einige diesbezügliche Ansichten meinerseits nachgelesen werden. Heute werde ich mich mit den stets aktuellen Fragen nach der Sinnhaftigkeit des Religionsunterrichts und nach religiösen Symbolen in Schulen beschäftigen.

Die Schule soll ein Ort sein, an dem jungen Menschen vernünftige und kritische Denkweisen anerzogen werden und an dem ihnen auf möglichst neutrale und objektive Weise Wissen vermittelt wird. Daher ist es unter anderem ihre Aufgabe, Kinder und Jugendliche auf ein selbstständiges Leben vorzubereiten und auf die Verantwortung, sich dem erfahrenen Wissen mithilfe des eigenen Verstandes zu bedienen und demgemäß zu handeln und Entscheidungen zu treffen. Keineswegs soll die Schule diese Entscheidungen vorwegnehmen und ihre Schüler vom ersten Tag an auf eine bestimmte politische, religiöse oder philosophische Weltanschauung prägen. Wer sich dies einmal klargemacht hat, dem ist völlig selbstverständlich, dass ein Kruzifix in einem Klassenzimmer genauso wenig verloren hat, wie etwa ein gemeinsames morgendliches Gebet.
Der konfessionsabhängige Lehrplan des Religionsunterrichts in der gegenwärtigen Form sollte in Folge abgeschafft werden und durch einen überkonfessionellen ersetzt werden, der die Inhalte und die Kritik aller verbreiteten Weltanschauungen behandelt und diesen im Sinne der neutralen Vermittlung des Wissens jeweils dieselbe Aufmerksamkeit zukommen lässt. Doch darüber hinaus ist mir die Schaffung eines verpflichtenden Ethikunterrichts ab der Grundschule zurzeit eines der größten Anliegen im Bildungsbereich. Menschen zukünftiger Generationen sollen sich unabhängig von ihrer Weltsicht mit moralischen Konzepten befassen und sich mit dem Problem auseinandersetzen, ob und wie sich ethische Normen vernünftig begründen lassen. Ich möchte, dass sie auf die Frage „Warum soll ich so handeln?“ andere Antworten geben können, als „Weil Person X das so gesagt hat“, „Weil es in Gesetz Y verankert ist“ oder „Weil das im Buch Z steht“. Dogmatische Moral ist weder emotional noch rational verankert und steht daher auf einem losen Fundament. Wer seine Taten vor sich selbst und vor andere durch die Berufung auf Autoritäten rechtfertigt, dem ist grundsätzlich nicht zu trauen, da er dabei jegliche Eigenverantwortung für sein Handeln ablegt.

Mit der Einführung eines qualitativ hochwertigen Ethikunterrichtes wäre meines Erachtens etwas für eine Gesellschaft mit nachdenklichen, empathischen, rücksichts- und verständnisvollen Mitgliedern getan. Dass Probleme der Moral in der Schule bisher keine Beachtung finden oder unverständlicherweise als alleiniges Anliegen des Religionsunterrichts betrachtet werden, empfinde ich als traurigen Missstand.

Liebe Grüße,
Mahiat

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