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Zum Wert des Menschen

27/07/2012

Heute möchte ich mich in Anschluss an meinen letzten Artikel mit der durchaus heiklen Frage nach dem Wert eines Menschen beschäftigen. Ich werde dabei auf die Erkenntnisse in meinem schon etwas älteren Artikel „Zum Wert“ zurückgreifen. Empfehlung: Wenn es auch für diesen Text nicht erforderlich ist, jenen gelesen zu haben, so kann es durchaus hilfreich sein.

Ich schrieb dort: Werte existieren in dieser Welt nicht in der Art, wie Planeten, Bäume, Menschen, Gefühle oder Gedanken existieren, sie existieren nicht aus sich selbst heraus und kommen einem Objekt auch nicht allein durch dessen Beschaffenheit zu (wie beispielsweise Gedanken und Gefühle dem Menschen durch seine Beschaffenheit zukommen), sie entstehen einzig und allein im Bezug zwischen Subjekt und Objekt.
Werte sind, wie ich schon oftmals schrieb, in höchstem Grade subjektiv. Das soll bedeuten, dass es den objektiven Wert einer Sache nicht gibt, weil es sich um eine Zuweisung durch ein Subjekt handelt. Wollen wir den Wert eines Menschen untersuchen, so müssen wir also die Frage stellen, aus welcher Sichtweise wir dies tun. Wie wertvoll ist der Mensch für die Gesellschaft, für seine Familie, für seine Freunde, für sich selbst? Viele Leute sind der Ansicht, dass der Wert eines Menschen für die Gesellschaft von der größten Wichtigkeit ist. Der Grund dafür ist wohl das Gefühl, dass es sich hierbei um den objektivsten aller Maßstäbe handelt. Diese Auffassung führt allerdings in die Irre. Um uns das zu verdeutlichen müssen wir uns fragen, was es bedeutet, wertvoll für die Gesellschaft zu sein. Man muss sich klarmachen, dass die „Gesellschaft“ kein konkretes menschliches Wesen ist, dem das Wohl der eigenen Person irgendwie am Herzen liegen würde. Die Gesellschaft ist eine aus einer anonymen Menschenmasse bestehende Institution, die einen Einzelnen gemäß dem Zweck des funktionierenden Systems bewertet. Wertvoll ist für die Gesellschaft der, der sich als nützlich erweist. Wer sein Leben danach ausrichtet, allein aus dieser Sicht ein wertvoller Mensch zu werden, wer seine Zeit in dem Streben zubringt, sozusagen zu den besten Kühen im Stall zu zählen, der ließ sich in die Irre führen und ließ sich auch die Augen davor verschließen, dass seine Belohnungen in Form des Geldes und der Bewunderung falsche Freunde sind und genauso unstet, wie der Wert seiner Person unter diesem Aspekt, unter dem er einem menschlichen Nutzvieh entspricht.
Leute, die nach den Richtlinien der Gesellschaft als minderwertig oder gar als wertlos gelten, bedeuten für ihre Angehörigen möglicherweise die ganze Welt. Eine solche Bewertung entspringt nicht einer zweckgebundenen Nützlichkeit, sondern einer engen emotionalen Verbundenheit. Ihr wohnt daher eine ganz andere Motivation und Ursache und in Folge auch eine fortdauernde Beständigkeit inne. Schlussendlich aber gibt sich jeder Mensch den Wert selbst und ist also für sich selbst wertvoll, sofern er erkennen kann oder es für die Wahrheit hält, dass er in sich und für sich das Potential trägt, ein glückerfülltes Leben zu führen, an dem er Freude hat und durch das er anderen Menschen Freude machen kann.

Ich möchte mit diesem Artikel darauf hinaus, dass man den Wert zweier Menschen nicht auf die Waagschale legen kann, weil es kein objektives Maß dafür gibt. Insbesondere ist als solches Maß nicht der Wert eines Menschen für die Gesellschaft zu betrachten. Wer sich nämlich, die unzähligen anderen Einflüsse eines Individuums in dieser Welt ignorierend, einzig auf diesen Aspekt versteift und einen Menschen daher nur nach seiner Nützlichkeit für irgendeine Sache beurteilt, tut vielerlei Unrecht zugleich; nicht nur dem Menschen selbst, sondern auch jenen, denen er am Herzen liegt.

Liebe Grüße,
Mahiat

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From → Betrachtungen, Ethik

2 Kommentare
  1. paulagrimm permalink

    Guten Abend,

    wieder ein sehr guter Artikel! Weiterhin alles erdenklich Gute und viel Erfolg und Freude mit diesem gelungenen Blog!

    Liebe Grüße

    Paula Grimm

  2. Dankeschön! : )

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