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Zum Sinn des Lebens

06/11/2011

Die Frage nach dem Sinn des Lebens bestimmt einen großen Bereich unseres Menschseins. Manche sagen sogar, der Sinn des Lebens besteht gerade darin, ihn zu finden. Andere behaupten, dass es die Beschäftigung mit dieser Frage ist, die uns im Wesen von den Tieren verschieden macht. Weiters wird man auch viele finden, die im Leben gar keinen Sinn sehen wollen. Ich will mich im Folgenden damit auseinandersetzen.

Meinem Verständnis nach muss man in dieser Angelegenheit streng unterscheiden, und zwar dahingehend, in welchem Bezug man die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt. Es macht einen großen Unterschied, ob man den Zweck der Existenz der Menschheit oder den Sinn eines einzelnen Individuums untersucht. Ich will mich zu Anfang mit Erstem beschäftigen.
Es steht in engem Zusammenhang mit dem metaphysischen Weltbild, wie jemand die Frage betrachtet, welcher Sinn im Sein der Menschheit liegt. Ein religiöser Mensch wird sie gewiss anders beantworten, als ich dies tue. Als ich auf diesem Blog den Artikel zum Schicksal verfasste (hier), beschäftigte ich mich ausführlich mit dem kausalen Determinismus, der Theorie, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft durch die theoretische Berechenbarkeit kausaler Wechselwirkungen determiniert sind. Diesem Sinne entsprechend denke ich, dass mit dem gesamten Universum unser Planet und insbesondere auch das gesamte Leben auf der Erde sich nach dieser kausalen Gesetzmäßigkeit entwickelt und möchte betonen, dass diese Kausalität an sich ziellos ist. Sie beabsichtigt nichts, und ebenso wenig beabsichtigt das Leben etwas anderes, als in dieser Wechselwirkung durch sich selbst weiterzubestehen. Ein Sinn, wie der Mensch ihn für sein Leben sucht, lässt sich darin nicht finden.
Betrachten wir nun die Frage nach dem Sinn des Individuums, so wird uns ohne große Überlegung schnell bewusst: Wenn der Einzelne nicht in die Fänge des Glaubens gerät, sein ganzes Leben einem einzigen, allgemeingültigen Zweck opfern zu müssen, so ist er selbst sein Herr und darf sich jeden Sinn geben, der ihn glücklich macht. Und in dieser Freiheit findet man, so denke ich, großen Trost.  Mit großer Rücksichtnahme auf den Willen, auf die Freiheit, die Ziele und „Sinne“ anderer und mit dem Bestreben, den Fortbestand der Allgemeinheit zu sichern, soll sich der Einzelne nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch als Individuum verwirklichen. Denn wer der Allgemeinheit alles opfert, ohne dabei glücklich zu sein, hat seinen Sinn im Leben nicht gefunden. Tatsächlich ist die Konsequenz aus alledem, dass nach dieser Ansicht nur derjenige sein Leben sinnerfüllt verbracht haben kann, der es genossen hat.

Dass die Frage nach dem Sinn des Lebens nur im Bezug auf eine bestimmte Lebensform (oder im Bezug auf eine Menge von Lebensformen) behandelt werden kann, ist dadurch wohl sehr deutlich geworden. Wir müssen unterscheiden zwischen dem allgemeinen und dem individuellen Sinn des Lebens, zwischen dem der Menschheit, dem der Tiere, dem der Menschen, dem des Tieres. Vielleicht ist man bei der Beantwortung dieser Frage aber auch mit Intuition besser beraten, als mit Vernunft; und ich will mit den Worten Samuel Butlers schließen, der sagte:

Alle Lebewesen außer den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu genießen.

Liebe Grüße,
Mahiat

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