Skip to content

Zur Geisteswissenschaft und Kunst

11/10/2011

Nachdem ich in letzter Zeit mit dem Thema öfters konfrontiert war, möchte ich mich hier dazu kurz äußern und Sie und mich selbst dadurch möglicherweise zu weiteren Gedanken anregen. Der Rang und die Achtung, die der Geisteswissenschaft in unserer Gesellschaft beigemessen werden, sind meines Erachtens verhältnismäßig viel zu niedrig. Andere Wissenschaften, die beispielsweise technologischen oder naturwissenschaftlichen Fortschritt möglich machen, sind hingegen hoch angesehen. Ebenso verhält es sich mit den Menschen, die sich mit den entsprechenden Bereichen beschäftigen. Dies wird allein schon durch den teilweise hohen Gehaltsunterschied deutlich.

Ich habe neulich einen Begriff gehört, der mir sehr passend erscheint, um den Wert der Geisteswissenschaftler deutlich zu machen. Sie wurden als „Kulturträger“ bezeichnet. Die Kultur unserer Gesellschaft, ob sie nun in der darstellenden Kunst, Literatur, Philosophie oder in anderer Weise vorzufinden ist, ginge ohne Menschen, die sie erhalten, sie weiterbetreiben oder sich mit ihr auseinandersetzen, irgendwann verloren. Es ist natürlich einerseits verständlich, dass ein Mensch, der sich mit dieser Art Kultur nie wirklich beschäftigt hat, leicht dazu neigt, ihren Wert zu verkennen. Andererseits muss man in dieser Diskussion bedenken, wie wichtig die Ideen, Geschichten und Kunstwerke großer Denker und Künstler für die geistige und ethische Entwicklung der Gesellschaft waren, sind, und stets sein werden. Die Kunst nämlich kann und soll beides sein: Schön und kritisch zugleich. Und in ihr findet der schaffende Kritiker ein Mittel vor, mit großer Freiheit einen Gedanken abzubilden, der, ob er nun wahr oder falsch ist, auf jeden Fall nicht ungedacht bleiben sollte.

Ich mache die Mentalität unserer Leistungsgesellschaft dafür verantwortlich, dass sich selbst in so manchem Geisteswissenschaftler der Gedanke gefestigt hat, dass seine Arbeit weniger nützlich ist, als beispielsweise die eines Naturwissenschaftlers. Ich möchte hier festhalten, dass in meinen Augen hohe Leistung, technologischer Fortschritt und finanzieller Erfolg definitiv nicht zu den wichtigsten Dingen im Leben zählen. Und so soll jeder das betreiben, was seinen Ambitionen und Fähigkeiten entspricht und was ihm vor allem Freude macht; denn letztendlich ist der Sinn hinter allem, im Leben glücklich zu werden. Daher muss sich in unserer Gesellschaft ein Bewusstsein dafür bilden, dass man keinen Aspekt menschlicher Errungenschaft in dieser Weise geringschätzen sollte, wo sie doch alle unsere Geschichte geprägt haben und selbst aufeinander große Wirkung hatten.

Liebe Grüße,
Mahiat

Advertisements
One Comment

Trackbacks & Pingbacks

  1. Zur hohen Bedeutung der Philosophie « Nachtliteratur

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: